Anliegen · 1060 Wien · Hausbesuche möglich
Psychotherapie bei Demenz — für Betroffene & Angehörige
Eine Demenzdiagnose verändert das Leben der Betroffenen und ihrer Angehörigen. Psychotherapie hilft, Ängste, Trauer und Rollenveränderungen zu verarbeiten — in der frühen Krankheitsphase auch für Betroffene selbst. Die Praxis Alan in 1060 Wien begleitet Angehörige und Menschen mit beginnender Demenz, auf Wunsch auch als Hausbesuch.
Ich begleite Menschen jeden Alters — bis hin zu Veränderungen im Rahmen einer Demenz. Würdevoll, kultursensibel und auf Deutsch, Türkçe oder English.
Erstgespräch unverbindlich · Deutsch · Türkçe · English
Können Menschen mit Demenz selbst Psychotherapie machen?
Ja — besonders in der frühen Krankheitsphase. Auch im höheren Lebensalter und bei beginnenden kognitiven Veränderungen kann psychotherapeutische Begleitung wertvoll sein: für Betroffene ebenso wie für Angehörige. Im Mittelpunkt stehen der Erhalt von Lebensqualität und Würde, die Verarbeitung von Verlust- und Veränderungserfahrungen sowie eine kultursensible, muttersprachliche Begleitung, die gerade in dieser Lebensphase besonders entlastend wirken kann.
Eine Demenzdiagnose löst bei Betroffenen oft Angst, Scham und Trauer aus: um das eigene Gedächtnis, die Selbstständigkeit, das Bild, das andere von einem haben. Diese Gefühle brauchen einen Ort. In der Therapie passe ich Tempo, Sprache und Methoden an das an, was gerade möglich ist. Es geht nicht darum, Defizite zu trainieren. Es geht darum, mit der Veränderung leben zu lernen — mit dem, was bleibt, statt nur mit dem, was geht.
Ein Detail, das vielen Familien auffällt: Bei mehrsprachig aufgewachsenen Menschen tritt im Alter die Muttersprache oft wieder in den Vordergrund. Dass die Begleitung bei mir auf Türkçe möglich ist, kann dann den Unterschied machen, ob ein Gespräch überhaupt noch trägt.
Was hilft Angehörigen von Menschen mit Demenz?
Eine Demenz verändert eine ganze Familie, nicht nur einen Menschen. Angehörige übernehmen schleichend immer mehr Verantwortung, oft neben Beruf und eigener Familie. Dazu kommt eine besondere Form der Trauer: Man verliert einen Menschen, der noch da ist. Rollen kehren sich um — die Tochter wird zur Fürsorgenden ihrer Mutter, der Ehemann zum Pfleger seiner Frau.
Auch Angehörige erhalten bei mir Raum, um mit den Herausforderungen der Begleitung und Pflege besser umgehen zu können. In der Therapie geht es unter anderem um:
- die eigene Erschöpfung ernst nehmen, bevor sie zur eigenen Erkrankung wird,
- Schuldgefühle (etwa bei der Frage nach einem Pflegeheim) aussprechen und einordnen,
- Konflikte zwischen Geschwistern über die Aufteilung der Pflege klären,
- Abschied nehmen in Etappen: die Trauer, die schon während der Krankheit beginnt,
- eigene Grenzen setzen, ohne die Beziehung aufzugeben.
Wenn die Pflege die ganze Familie betrifft, kann auch eine gemeinsame Familiensitzung entlasten — etwa um Aufgaben und Erwartungen offen zu verhandeln.
Wie verarbeite ich die Diagnose eines Elternteils oder Partners?
Die Diagnose eines geliebten Menschen ist ein Einschnitt, der oft erst mit Verzögerung wirkt. Am Anfang stehen Organisation und Funktionieren: Arzttermine, Vollmachten, Alltag. Die eigenen Gefühle kommen später, und dann oft mit Wucht: Trauer, Wut, Angst vor der eigenen Zukunft, manchmal auch Erleichterung, dass das Verhalten der letzten Jahre endlich einen Namen hat — und Schuldgefühle über genau diese Erleichterung.
In der Therapie sortieren wir, was da gleichzeitig stattfindet. Systemisch schauen wir auch auf die Familiengeschichte: Was bedeutet diese Diagnose in Ihrer Familie? Welche alten Themen zwischen Ihnen und dem betroffenen Menschen sind noch offen — und was davon lässt sich jetzt noch klären, solange Begegnung möglich ist? Viele Angehörige erleben es als tröstlich, diese Fragen nicht erst nach dem Abschied zu stellen.
Sind Hausbesuche in Wien möglich?
Ja. Wenn der Weg in die Praxis nicht mehr gut möglich ist (für den betroffenen Menschen oder für pflegende Angehörige, die das Haus kaum verlassen können), findet die Therapie bei Bedarf direkt bei Ihnen zu Hause statt. Die vertraute Umgebung gibt gerade Menschen mit kognitiven Veränderungen Sicherheit; für Angehörige entfällt die Organisation einer Betreuung während des Termins.
Details zu Ablauf und Konditionen finden Sie auf der Seite Hausbesuche — oder wir besprechen es einfach im Erstgespräch.
Wann braucht es zusätzlich medizinische Abklärung?
Gedächtnisprobleme haben nicht immer eine Demenz als Ursache — auch Depressionen, Erschöpfung oder körperliche Erkrankungen können ähnliche Symptome zeigen. Eine fachärztliche Abklärung (Neurologie, Psychiatrie oder Gedächtnisambulanz) gehört deshalb an den Anfang; die Psychotherapie ergänzt die medizinische Behandlung, sie ersetzt sie nicht.
Wenn Sie als pflegende Angehörige oder pflegender Angehöriger das Gefühl haben, nicht mehr weiterzukönnen, warten Sie bitte nicht: Telefonseelsorge 142 (rund um die Uhr, kostenlos, anonym), Sozialpsychiatrischer Notdienst Wien 01 313 30, im akuten Notfall die Rettung 144.
Was kostet die Begleitung — und was zahlt die Kasse?
Eine Einzelsitzung kostet 130 Euro für 50 Minuten, eine Familiensitzung 180 Euro für 100 Minuten (Stand 2026). Ich bin Wahltherapeutin: Sie bezahlen zunächst privat. Bei einer krankheitswertigen psychischen Störung (bei Betroffenen ebenso wie bei überlasteten Angehörigen, etwa einer depressiven Episode) erstattet die Kasse nach ärztlicher Bestätigung einen Teil: ÖGK 33,70 €, BVAEB 50,20 €, SVS 50,00 € pro Einheit (Stand 2026).
Häufige Fragen
Was Sie wissen möchten
Die häufigsten Fragen zu diesem Thema — kurz und ehrlich beantwortet.
Kann ein Mensch mit beginnender Demenz noch von Psychotherapie profitieren?
Ja, besonders in der frühen Krankheitsphase. Im Mittelpunkt stehen der Erhalt von Lebensqualität und Würde und die Verarbeitung der Diagnose — mit angepasstem Tempo und auf Wunsch in der Muttersprache. Bei mehrsprachigen Menschen tritt im Alter oft die Erstsprache wieder in den Vordergrund; Begleitung ist bei mir auch auf Türkçe möglich.
Was kostet die Begleitung bei Demenz in Wien?
Eine Einzelsitzung kostet 130 Euro für 50 Minuten, eine Familiensitzung 180 Euro für 100 Minuten (Stand 2026). Bei einer krankheitswertigen Störung erstattet die Kasse nach ärztlicher Bestätigung einen Teil: ÖGK 33,70 €, BVAEB 50,20 €, SVS 50,00 € pro Einheit.
Ich pflege meine Mutter und bin am Limit. Ist das ein Grund für Psychotherapie?
Ja — ein sehr häufiger und sehr guter. Pflegende Angehörige tragen ein hohes Risiko für Erschöpfung und Depression. In der Therapie bekommen Überlastung, Schuldgefühle und die Trauer um den Menschen, der sich verändert, eigenen Raum. Sie müssen nicht warten, bis nichts mehr geht.
Kommen Sie auch zu uns nach Hause?
Ja. Wenn der Weg in die Praxis nicht mehr gut möglich ist, biete ich Hausbesuche in Wien an — die vertraute Umgebung gibt gerade Menschen mit kognitiven Veränderungen Sicherheit. Ablauf und Konditionen besprechen wir im Erstgespräch.
Sind Gedächtnisprobleme immer eine Demenz?
Nein. Auch Depressionen, anhaltende Erschöpfung oder körperliche Erkrankungen können ähnliche Symptome zeigen. Deshalb gehört eine fachärztliche Abklärung, etwa in einer Gedächtnisambulanz, an den Anfang. Die Psychotherapie ergänzt die medizinische Behandlung.
Kann die ganze Familie gemeinsam kommen?
Ja. Wenn die Pflege die ganze Familie betrifft (etwa bei Konflikten über die Aufteilung oder die Frage nach einem Pflegeheim), kann eine Familiensitzung (180 Euro / 100 Minuten, Stand 2026) helfen, Erwartungen offen zu verhandeln, bevor Beziehungen daran zerbrechen.
Der erste Schritt darf klein sein.
Sie müssen ihn nicht allein gehen.
+43 664 4190311 · info@praxis-alan.at · Antwort binnen 24 h werktags