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Anliegen · Essstörungen · 1060 Wien

Therapie bei Anorexie in Wien

Anorexia nervosa (Magersucht) ist eine ernsthafte psychische Erkrankung, bei der Essen, Gewicht und Körperbild das Denken und Handeln bestimmen. In der Praxis Alan in 1060 Wien wird Anorexie systemisch behandelt — nach dem Mailänder Modell, in Zusammenarbeit mit Ärzt*innen und Diätolog*innen (Einzelsitzung 130 €, Stand 2026).

Diese Seite ist Teil meines Schwerpunkts Essstörungen. Ob Sie selbst betroffen sind oder sich um Ihr Kind, Ihre Partnerin oder Ihren Partner sorgen: Ein Erstgespräch verpflichtet Sie zu nichts.

Erstgespräch unverbindlich · Deutsch · Türkçe · English

Woran erkenne ich eine Anorexie?

Anorexia nervosa (umgangssprachlich Magersucht) ist mehr als „wenig essen". Im Zentrum steht eine tiefe Angst vor Gewichtszunahme und ein Körperbild, das mit dem tatsächlichen Körper immer weniger zu tun hat. Das Essen wird streng kontrolliert und immer weiter reduziert — und diese Kontrolle fühlt sich zunächst oft wie Stärke an, wie das Einzige, das verlässlich funktioniert.

Anzeichen, die Betroffene und Angehörige häufig beschreiben:

  • Essen wird nach immer strengeren Regeln erlaubt oder verboten; Ausnahmen lösen große Angst aus.
  • Gemeinsame Mahlzeiten werden vermieden, für andere wird gekocht, selbst aber kaum gegessen.
  • Der Blick in den Spiegel und die Waage bestimmen die Stimmung des Tages.
  • Frieren, Erschöpfung, Konzentrationsprobleme und Rückzug nehmen zu.
  • Auf besorgte Nachfragen folgt Abwehr: „Es ist alles in Ordnung."

Anorexie ist eine ernsthafte Erkrankung, die den ganzen Organismus betrifft. Je früher Unterstützung beginnt, desto besser sind die Verläufe — und ein Erstgespräch verpflichtet Sie zu nichts.

Wie hilft systemische Therapie bei Anorexie?

Systemisch betrachtet hat das Hungern eine Funktion: Es kann Kontrolle geben, wo sich vieles unkontrollierbar anfühlt. Es kann ein stiller Protest sein oder eine Sprache für etwas, das nicht gesagt werden darf. In der Therapie fragen wir deshalb weniger „Wie kommt das Essen zurück?" als vielmehr: Welche Aufgabe hat das Symptom übernommen, und was kann diese Aufgabe stattdessen tragen?

Ich arbeite dabei nach der allparteilichen Haltung des Mailänder Modells, das gerade in der Arbeit mit Anorexie-Familien entwickelt wurde: ohne Schuldzuweisung, mit Neutralität und echtem Interesse für jede Perspektive. Bei Jugendlichen beziehe ich die Eltern in der Regel ein — als Verbündete, nicht als Angeklagte. Bei Erwachsenen entscheiden Sie selbst, wie weit Ihr Umfeld Teil der Therapie wird.

Ich verspreche keine schnelle Heilung. Anorexie braucht Zeit und oft mehrere Anläufe. Was ich anbiete, ist ein verlässlicher, urteilsfreier Rahmen — und die Erfahrung, dass Veränderung möglich ist, ohne dass Sie die Kontrolle von einem Tag auf den anderen abgeben müssen.

Warum ist ärztliche Begleitung bei Anorexie so wichtig?

Anorexie ist die psychische Erkrankung mit einer der höchsten körperlichen Gefährdungen. Eine ambulante Psychotherapie ist deshalb nur verantwortbar, wenn parallel eine ärztliche Begleitung mit regelmäßiger medizinischer Kontrolle (zum Beispiel Blutabnahmen) besteht. Ich arbeite dazu im interdisziplinären Konzept mit Ärzt*innen und Diätolog*innen zusammen; je nach Schweregrad kann eine engmaschigere oder stationäre Betreuung notwendig sein.

Spezialisierte Anlaufstelle in Wien: sowhat — Institut für Menschen mit Essstörungen (sowhat.at). Rund um die Uhr: Telefonseelsorge 142 (kostenlos, anonym), Sozialpsychiatrischer Notdienst Wien 01 313 30, im akuten Notfall die Rettung 144.

Was können Angehörige tun?

Angehörige stehen bei Anorexie oft zwischen Sorge und Ohnmacht: Jedes Ansprechen führt zu Streit, jedes Schweigen fühlt sich wie Wegsehen an. Sie haben die Erkrankung nicht verursacht — und Sie können sie auch nicht durch Kontrolle am Esstisch beenden. Druck und Essensdiskussionen verhärten die Fronten meist.

Hilfreicher ist, die Beziehung von der Essstörung zu trennen: im Kontakt bleiben, ohne jede Mahlzeit zu kommentieren, eigene Grenzen ernst nehmen und sich selbst Unterstützung holen. In Familiensitzungen üben wir genau das — und auch ein Gespräch nur für Eltern oder Partner*innen ist möglich, wenn die betroffene Person (noch) nicht bereit ist.

Was kostet die Therapie — und was zahlt die Kasse?

Eine Einzelsitzung kostet 130 Euro für 50 Minuten, eine Familiensitzung 180 Euro für 100 Minuten (Stand 2026). Anorexia nervosa ist eine krankheitswertige Störung: Nach ärztlicher Bestätigung erstattet Ihre Krankenkasse einen Teil zurück — ÖGK 33,70 €, BVAEB 50,20 €, SVS 50,00 € pro Sitzung (Stand 2026).

Wie ich bei Essstörungen grundsätzlich arbeite (systemisch, nach dem Mailänder Modell, im interdisziplinären Team), lesen Sie auf der Übersichtsseite Essstörungen.

Häufige Fragen

Was Sie wissen möchten

Die häufigsten Fragen zu diesem Thema — kurz und ehrlich beantwortet.

Was kostet eine Anorexie-Therapie in Wien?

Eine Einzelsitzung kostet 130 Euro für 50 Minuten, eine Familiensitzung 180 Euro für 100 Minuten (Stand 2026). Da Anorexie krankheitswertig ist, erstattet die Krankenkasse nach ärztlicher Bestätigung einen Teil: ÖGK 33,70 €, BVAEB 50,20 €, SVS 50,00 € pro Einheit.

Reicht Psychotherapie allein bei Magersucht?

Nein — verantwortungsvoll ist Psychotherapie bei Anorexie nur mit paralleler ärztlicher Begleitung und regelmäßiger medizinischer Kontrolle. Ich arbeite dazu mit Ärzt*innen und Diätolog*innen im interdisziplinären Konzept zusammen. Je nach Schweregrad kann auch eine stationäre Behandlung notwendig sein.

Mein Kind will keine Therapie. Was kann ich als Elternteil tun?

Sie können selbst kommen. Ein Eltern-Gespräch (130 Euro / 50 Minuten, Stand 2026) hilft, die Situation zu sortieren, Essensdiskussionen zu entschärfen und erste Schritte zu planen. Oft entsteht daraus später die Bereitschaft des Kindes, ein Kennenlernen zu wagen — ohne Zwang.

Wird in der Therapie über Gewicht und Kalorien gesprochen?

Die medizinische Kontrolle von Gewicht und Blutwerten liegt bei den begleitenden Ärzt*innen. In der Psychotherapie selbst stehen nicht Zahlen im Mittelpunkt, sondern das, was das Symptom trägt: Gefühle, Beziehungen, Kontrolle, Selbstwert. Genau dort setzt Veränderung an.

Wie lange dauert eine Therapie bei Anorexie?

Das lässt sich seriös nicht pauschal sagen — Anorexie braucht meist einen längeren Prozess über viele Monate, manchmal mit Pausen und neuen Anläufen. Wir überprüfen den Verlauf regelmäßig gemeinsam mit allen Beteiligten des Behandlungsteams.

Ist die Begleitung auch auf Türkisch oder Englisch möglich?

Ja, auf Deutsch, Türkçe und English — mit gleichem Ablauf und Preis. Für Familien mit türkischem Hintergrund kann es sehr entlasten, wenn auch die Eltern-Gespräche in der Familiensprache stattfinden.

Der erste Schritt darf klein sein.
Sie müssen ihn nicht allein gehen.

+43 664 4190311 · info@praxis-alan.at · Antwort binnen 24 h werktags